{"id":593,"date":"2010-10-28T22:44:17","date_gmt":"2010-10-28T20:44:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/?p=593"},"modified":"2010-10-28T22:44:17","modified_gmt":"2010-10-28T20:44:17","slug":"besuch-bei-verwandten-die-berggorillas-in-ruanda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/allgemein\/besuch-bei-verwandten-die-berggorillas-in-ruanda\/","title":{"rendered":"Besuch bei Verwandten &#8211; die Berggorillas in Ruanda"},"content":{"rendered":"<p>Mein Interesse an Portugal brachte mich dazu an der Stuttgarter Volkshochschule mit dem Lernen von Portugiesisch anzufangen. Als ich mich nach meiner Studienzeit &#8211; zu meiner eigenen \u00dcberraschung &#8211; pl\u00f6tzlich in Osnabr\u00fcck wiederfand, wollte ich die Portugiesisch-Kenntnisse nicht wieder sang- und klanglos untergehen lassen. Ich belegte an der dortigen Universit\u00e4t als Gasth\u00f6rer einen abendlichen Portugiesisch-Kurs. Die Teilnehmer waren fast alles Studenten, nur ein weiterer Nicht-Student war noch dabei, ein Geografie-Professor.<\/p>\n<p>Durch den Professor hatte ich dann das Vergn\u00fcgen an Exkursionen, die er f\u00fcr seine Studenten anbot, teilzunehmen, darunter eine mehrt\u00e4gige Exkursion quer durch den <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/europa\/d\/norden\/norden_012237.html\" target=\"_self\">Nordwesten Deutschlands<\/a>. Auch nach meiner Zeit in Osnabr\u00fcck riss der Kontakt zu ihm nie ab.<\/p>\n<p>So kam es 2006 zu einer gemeinsamen Afrika-Reise durch <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/mw\/index.html\" target=\"_self\">Malawi<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/eat\/index.html\" target=\"_self\">Tansania<\/a>. Aufgrund einer Gastprofessur, die er an der Universit\u00e4t von Mzuzu inne hatte, organisierte er f\u00fcr Osnabr\u00fccker Studenten fast j\u00e4hrlich Exkursionen in Afrika. Die Exkursion 2006 war aber nicht f\u00fcr Studenten sondern f\u00fcr Verwandte und Freunde gedacht.<\/p>\n<div id=\"attachment_643\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-643\" class=\"size-medium wp-image-643\" title=\"Kamuzu International Airport in Lilongwe\" src=\"http:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/031822-300x143.jpg\" alt=\"Kamuzu International Airport in Lilongwe\" width=\"300\" height=\"143\" srcset=\"https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/031822-300x143.jpg 300w, https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/031822.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-643\" class=\"wp-caption-text\">Kamuzu International Airport in Lilongwe<\/p><\/div>\n<p>In einer dreiw\u00f6chigen Reise ging es mit eigenen Fahrzeugen von der malawischen Hauptstadt Lilongwe entlang des <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/mw\/malawi\/malawi_031845.html\" target=\"_self\">Malawisees<\/a> ins <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/eat\/sueden1\/sueden1_031926.html\" target=\"_self\">s\u00fcdliche Tansania<\/a> und auf die Insel <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/eat\/sansibar\/sansibar_032222.html\" target=\"_self\">Sansibar<\/a>. F\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Reisegruppe bildete Sansibar den Abschluss der Reise. Der Professor machte sich mit seiner Lebensgef\u00e4hrtin auf den R\u00fcckweg nach Malawi, die restlichen Teilnehmer traten von Daressalam aus den R\u00fcckflug nach Deutschland an.<\/p>\n<p>Nicht aber ich. Von dem Gedanken beseelt, wenn man denn schon mal in der Gegend ist (wobei Gegend in diesem Fall &#8211; recht gro\u00dfz\u00fcgig betrachtet &#8211; das zentrale Afrika meint), dann k\u00f6nnte man ja noch bei den Berggorillas in Ruanda vorbei schauen. Von Daressalam nach Ruanda sind es ja nur knapp 1500 Kilometer&#8230;<\/p>\n<p>Der Gedanke, die Affen zu besuchen, kam nat\u00fcrlich nicht erst an einem lauen Abend auf Sansibar, sondern schon Monate zu vor. Was auch gut so war. Denn einfach mal so zu den Virunga-Vulkanen im Norden Ruandas zu fahren, um die Gorillas aufzusuchen, das geht nicht. Der Otto-Normal-B\u00fcrger mit nicht zu engen Budgetbegrenzungen macht das folgenderma\u00dfen: Er geht in ein auf Afrika-Reisen spezialisiertes Reiseb\u00fcro und l\u00e4sst sich das organisieren. Der Nachteil dabei ist, es ist sehr teuer.<\/p>\n<p>Wirklich billig wird es, wenn man es selbst organisiert, allerdings auch nicht. Aber man kann trotzdem viele Hundert Euros sparen.<\/p>\n<p>Wichtigste Grundlage f\u00fcr den Gorillabesuch in Ruanda ist ein Permit. Die Zahl der Besucher ist streng limitiert (was allem Anschein nach auch strikt eingehalten wird). Berggorillas leben in freier Wildbahn in mehr oder weniger gro\u00dfen Gruppen, angef\u00fchrt von einem Silberr\u00fccken. Und ein paar wenige dieser frei lebenden Gorillagruppen (die Gesamtzahl aller frei lebender Berggorillas wird auf gerade mal 700 gesch\u00e4tzt) sind an den Besuch von Menschen gew\u00f6hnt. Maximal acht Personen d\u00fcrfen f\u00fcr maximal eine Stunde pro Tag eine solche Gruppe besuchen. Zusammen mit einem F\u00fchrer und mehreren bewaffneten Soldaten (eine Vorsichtsma\u00dfnahme aufgrund der politisch nicht\u00a0 ganz spannungsfreien Lage im Grenzgebiet zwischen Ruanda, Uganda und dem Kongo).<\/p>\n<p>Im Vorfeld der Afrikareise nehme ich deshalb Kontakt zum <a href=\"http:\/\/www.rwandatourism.com\/primate.htm\" target=\"_blank\"><em>Rwanda Tourism Board<\/em><\/a> auf und bezahle 375 US-Dollar (!) pro Person f\u00fcr das genannte Permit. In diesem Preis sind allerdings keine Anfahrts- und keine \u00dcbernachtungskosten enthalten, nur die Berechtigung an einem ganz bestimmten Tag an einer Gorilla-Besuchstour teilnehmen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck nach Afrika, nach Daressalam in Tansania. Von dort fliegen meine damalige Freundin und ich mit Kenya Airways und einem Zwischenstopp in Nairobi nach Kigali, der Hauptstadt Ruandas. Dieser Flug bot einen unglaublich sch\u00f6nen, wolkenlosen Blick auf Afrikas h\u00f6chsten Berg, den <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/welt\/luft\/afrika_luft\/afrika_luft_032335.html\" target=\"_self\">Kilimandscharo<\/a>.<\/p>\n<p>Ruanda stand f\u00fcr mich auf einer Liste mit L\u00e4ndern wie Kuwait oder Kambodscha, man hat zumindest ein leicht mulmiges Gef\u00fchl und wei\u00df nicht so recht, was einen erwartet. Der letzte Genozid, bei dem 1994 innerhalb weniger Wochen fast eine Million Menschen umgebracht wurden, ist gerade einmal ein gutes Jahrzehnt her.<\/p>\n<p>In Kigali suchen wir das B\u00fcro des <em>Rwanda Tourism Board<\/em>s auf und bekommen nun auch eine schriftliche Form des erw\u00e4hnten Permits, zusammen mit genauen Anweisungen, wann wir uns wo einzufinden h\u00e4tten.<\/p>\n<div id=\"attachment_649\" style=\"width: 266px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-649\" class=\"size-medium wp-image-649\" title=\"Gorillabesuchsgenehmigung (&quot;das Permit&quot;)\" src=\"http:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/RWA_2006_016841-256x300.jpg\" alt=\"Gorillabesuchsgenehmigung (&quot;das Permit&quot;)\" width=\"256\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/RWA_2006_016841-256x300.jpg 256w, https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/RWA_2006_016841.jpg 641w\" sizes=\"auto, (max-width: 256px) 100vw, 256px\" \/><p id=\"caption-attachment-649\" class=\"wp-caption-text\">Gorillabesuchsgenehmigung (&quot;das Permit&quot;)<\/p><\/div>\n<p>Von Kigali aus geht es im Minibus nach Ruhengeri. Minibusfahrten geh\u00f6ren zu den Dingen, die sich der weiter oben erw\u00e4hnte Otto-Normal-B\u00fcrger bei einer organisierten Reise erspart. Ihm entgeht dadurch ein &#8211; meiner Meinung nach &#8211; eher zweifelhaftes Vergn\u00fcgen. Losgefahren wird, wenn der Minibus voll ist. Und beim Wort voll gibt es keinen Interpretationsspielraum! Ich bezahle f\u00fcr zwei Pl\u00e4tze, einen f\u00fcr mich, einen f\u00fcr meinen Rucksack. Der Sitzreihenabstand l\u00e4sst den R\u00fcckschluss zu, dass die Einheimischen ein zus\u00e4tzliches Gelenk im Bereich des Oberschenkels haben m\u00fcssen. Da die Wiege der Menschheit quasi ums Eck liegt und die Evolution dadurch hier mehr Zeit als in anderen Weltgegenden hatte, bin ich sogar davon \u00fcberzeugt&#8230;<\/p>\n<p>Die f\u00fcr afrikanische Verh\u00e4ltnisse sehr guten Stra\u00dfen in Ruanda spornen die Minibusfahrer zu sportlichen H\u00f6chstleistungen an (unterst\u00fctzt durch die profillosen Reifen&#8230;). Unser Fahrer hat allerdings Pech, er ger\u00e4t in eine Radarkontrolle. Und nach seinem Gesichtsausdruck zu schlie\u00dfen, war die Strafe weit h\u00f6her als sein Tagesverdienst. Davon nicht wirklich beeindruckt (oder vielleicht davon ausgehend, dass es nur eine Radarpistole in Ruanda gibt), versucht er die verlorene Zeit auf der restlichen Strecke wieder reinzuholen.<\/p>\n<p>Ruhengeri liegt im Nordwesten Ruandas zu F\u00fc\u00dfen der Virunga-Vulkane. Um zum Hauptquartier des Vulkan-Nationalparks, dem Ausgangsort der Gorilla-Touren zu kommen, braucht man allerdings ein Allradfahrzeug. Es zu organisieren klappt noch einfach, den Fahrer zu bezahlen, ist allerdings eine Herausforderung. Nicht, dass es unendlich teuer w\u00e4re oder dass wir kein Geld dabei h\u00e4tten, nein, das Problem sind die Jahreszahlen auf unseren 20-Dollar-Geldscheinen (ruandische Franc werden gar nicht akzeptiert). Ein Druckdatum vor dem Jahr 2000 macht den Geldschein in den Augen unseres Fahrers als wertlos. Nur mit viel Aufwand bekommen wir gen\u00fcgend &#8222;g\u00fcltiges&#8220; Geld zusammen.<\/p>\n<div id=\"attachment_644\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-644\" class=\"size-medium wp-image-644\" title=\"Hotel Muhabura in Ruhengeri\" src=\"http:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/032498-300x198.jpg\" alt=\"Hotel Muhabura in Ruhengeri\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/032498-300x198.jpg 300w, https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/032498.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-644\" class=\"wp-caption-text\">Hotel Muhabura in Ruhengeri<\/p><\/div>\n<p>Nach einer sehr unruhigen Nacht sind wir am fr\u00fchen Morgen am <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/rwa\/berggorillas\/berggorillas_032504.html\" target=\"_self\">Hauptquartier des Vulkan-Nationalparks<\/a>. Dort findet eine Einweisung in die Verhaltensweise beim Gorillabesuch und die Einteilung der Touristen auf die verschiedenen Gorilla-Gruppen statt. Nachdem ich kurz die Beschreibung der einzelnen Gruppen (und insbesondere deren aktuelle Lage in den Bergen) \u00fcberflogen hatte, entschied ich mich zielstrebig f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/rwa\/berggorillas\/berggorillas_032505.html\" target=\"_self\"><em>Gruppe 13<\/em><\/a>.<\/p>\n<p>Die F\u00fchrer kennen zwar den ungef\u00e4hren Aufenthaltsort der jeweilige Gruppen, aber da die Tiere immer wieder weiter ziehen, nicht ihren aktuellen Ort (allerdings gibt es auch Ranger, die rund um die Uhr in der N\u00e4he der Tiere bleiben, und diese insbesondere vor Wilderern sch\u00fctzen sollen). Wir haben Gl\u00fcck! Schon nach einer guten Stunde schwei\u00dftreibenden Marschierens durch den Dschungel sind wir in der N\u00e4he &#8222;unserer&#8220; Berggorillas. Bis auf die Kameras wird das gesamte Gep\u00e4ck abgelegt und man n\u00e4hert sich auf Zehenspitzen den Tieren (die morgendlichen Erl\u00e4uterungen \u00fcber Scheinangriffe von sich bedroht f\u00fchlenden Silberr\u00fccken habe ich noch in den Ohren&#8230;).<\/p>\n<p>F\u00fcr mich war es einer der beeindruckendsten Augenblicke in meinem Leben, pl\u00f6tzlich einer <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/rwa\/berggorillas\/berggorillas_032523.html\" target=\"_self\">vielk\u00f6pfigen Gorillagruppe<\/a> mitten in ihrer Heimatwelt gegen\u00fcber zu stehen. W\u00e4hrend wir den Mindestabstand zu den Tieren einhalten zu versuchen (insbesondere um m\u00f6gliche Krankheits\u00fcbertragungen zu vermeiden), nehmen die Gorillakinder darauf nicht immer R\u00fccksicht. Unbeeindruckt tollen sie um uns herum. Der <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/rwa\/berggorillas\/berggorillas_032516.html\" target=\"_self\">Silberr\u00fccken<\/a> und die anderen \u00e4lteren Tiere beobachten die Situation in aller Ruhe. Immer mehr Tiere entdecken wir im teilweise dichten Dschungelgeflecht. Auf die Minute genau nach einer Stunde ist das Schauspiel vorbei. Den restlichen Tag haben die Gorillas menschenfrei. Die Emotionalit\u00e4t dieser Stunde ist schwer zu beschreiben. Nie f\u00fchlte ich mich unseren tierischen Verwandten n\u00e4her.<\/p>\n<div id=\"attachment_645\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-645\" class=\"size-medium wp-image-645\" title=\"Besuchszertifikat\" src=\"http:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/000558-300x212.jpg\" alt=\"Besuchszertifikat\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/000558-300x212.jpg 300w, https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/000558-1024x723.jpg 1024w, https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/000558.jpg 1754w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-645\" class=\"wp-caption-text\">Besuchszertifikat<\/p><\/div>\n<p>Einmal in Ruanda wollten wir aber auch vom restlichen Land noch mehr sehen. Es ist ein Land der extremen Gegens\u00e4tze. &#8222;Land der tausend H\u00fcgel&#8220; wird es v\u00f6llig berechtigt genannt. Und &#8211; bis auf die wenigen Ausnahmen in Form von Nationalparks &#8211; wird jeder dieser H\u00fcgel landwirtschaftlich genutzt. Was bei einer Bev\u00f6lkerungsdichte von \u00fcber 300 Personen pro Quadratkilometer auch gar nicht anders geht.<\/p>\n<p>Allgegenw\u00e4rtig ist aber auch die j\u00fcngere ruandische Geschichte mit dem Genozid von 1994. Schon in Kigali &#8211; zu Beginn des Besuches in Ruanda &#8211;  haben wir <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/rwa\/kigali\/kigali_032356.html\" target=\"_self\">Gedenkst\u00e4tten<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/rwa\/kigali\/kigali_032376.html\" target=\"_self\">Massengr\u00e4ber (mit Zehntausenden von Toten)<\/a> gesehen. Bei einem Besuch der <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/rwa\/sueden\/sueden_032416.html\" target=\"_self\">Genoizid-Gedenkst\u00e4tte in Murambi<\/a>, einer ehemaligen Schule, erz\u00e4hlt uns ein \u00dcberlebender seine Geschichte. Schon das Zuh\u00f6ren ist fast physisch schmerzhaft.<\/p>\n<p>Plakate am Stra\u00dfenrand weisen auf die <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/rwa\/sueden\/sueden_032388.html\" target=\"_self\">Gacaca-Gerichte<\/a> hin, einer traditionellen Gerichtsform, die die Verbrechen des V\u00f6lkermordes auf \u00f6rtlicher Ebene aufarbeiten. Einmal die Woche ruht das normale Leben und das Dorf sitzt zu Gericht. Selbst die L\u00e4den haben dann geschlossen.<\/p>\n<p>Von Kibuye aus geht es mit privatem Fahrzeug und eigenem Fahrer (ich hatte mich geweigert, weitere Minibusfahrten zu machen&#8230;) entlang des <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/rwa\/kivusee\/kivusee_032464.html\" target=\"_self\">Kivusees<\/a> in den S\u00fcdwesten des Landes, nur noch eine Br\u00fccke vom immer wieder <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/rwa\/sueden\/sueden_032449.html\" target=\"_self\">kriegsumtobten Ostkongo<\/a> entfernt. Einer der letzten, noch nicht landwirtschaftlich genutzen Flecken Ruandas ist der <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/rwa\/sueden\/sueden_032428.html\" target=\"_self\">Nyungwe-Wald<\/a>, ein immergr\u00fcner Bergregenwald. Unweit davon \u00fcberqueren wir die Wasserscheide zwischen Afrikas bedeutendsten Fl\u00fcssen, dem Nil, der seinen Weg in n\u00f6rdlicher Richtung sucht und im Mittelmeer endet, und dem Kongo der westw\u00e4rts in den Atlantik strebt. Beide Fl\u00fcsse besitzen Quellen hier in Ruanda.<\/p>\n<p>Nach einem letzten Tag in der Hauptstadt Kigali (mit einem Besuch des <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/afrika\/rwa\/kigali\/kigali_032361.html\" target=\"_self\">H\u00f4tel des Mille Collines<\/a>, bekannt aus dem Film &#8222;Hotel Ruanda&#8220;) geht es heimw\u00e4rts. Die Abfertigung auf dem Flughafen Kigalis geschieht komplett per Hand, einschlie\u00dflich handgeschriebener Bordkarten und Gep\u00e4ckanh\u00e4nger.<\/p>\n<div id=\"attachment_646\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-646\" class=\"size-medium wp-image-646\" title=\"Bordkarte Flug Kigali - Addis Abeba (Ethiopian Airlines)\" src=\"http:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/RWA_2006_01668-300x218.jpg\" alt=\"Bordkarte Flug Kigali - Addis Abeba (Ethiopian Airlines)\" width=\"300\" height=\"218\" srcset=\"https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/RWA_2006_01668-300x218.jpg 300w, https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/RWA_2006_01668.jpg 760w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-646\" class=\"wp-caption-text\">Bordkarte Flug Kigali - Addis Abeba (Ethiopian Airlines)<\/p><\/div>\n<p>Aber es funktioniert. Alles &#8211; auch wir &#8211; kommen wohlbehalten in Frankfurt am Main an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Interesse an Portugal brachte mich dazu an der Stuttgarter Volkshochschule mit dem Lernen von Portugiesisch anzufangen. Als ich mich nach meiner Studienzeit &#8211; zu meiner eigenen \u00dcberraschung &#8211; pl\u00f6tzlich in Osnabr\u00fcck wiederfand, wollte ich die Portugiesisch-Kenntnisse nicht wieder sang- und klanglos untergehen lassen. Ich belegte an der dortigen Universit\u00e4t als Gasth\u00f6rer einen abendlichen Portugiesisch-Kurs. 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