{"id":427,"date":"2010-08-06T22:20:35","date_gmt":"2010-08-06T20:20:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/?p=427"},"modified":"2014-07-31T10:37:12","modified_gmt":"2014-07-31T08:37:12","slug":"steine-im-dom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/allgemein\/steine-im-dom\/","title":{"rendered":"Steine im Dom"},"content":{"rendered":"<p>Von meinen <a href=\"http:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/unterkunft\/comfort-art-hotel-siru-brussel\/\" target=\"_self\">j\u00e4hrlichen Treffen mit alten Studienfreunden<\/a> habe ich schon berichtet. Mit einem aus dieser Gruppe hatte ich meine Diplomarbeitszeit am Stuttgarter Max-Planck-Institut f\u00fcr Metallforschung verbracht (speziell im A-Raum &#8211; was f\u00fcr ein unglaublich einfallsreicher Namen f\u00fcr ein Labor! Und ja, den B-Raum gab es auch&#8230; &#8211; des <a href=\"http:\/\/web.archive.org\/web\/20051016232624\/positron.mpi-stuttgart.mpg.de\/beschleuniger\/besch.html\" target=\"_blank\">Pelletron<\/a>-Geb\u00e4udes). Dieser Freund promovierte sp\u00e4ter und ging f\u00fcr eine Post-Doc-Stelle 1994 nach Japan. Gerne d\u00fcrfe ich ihn doch auch dort mal besuchen&#8230;<\/p>\n<p>Ich hatte Europa zu diesem Zeitpunkt noch nie verlassen (mit einem gewissen geologischen Anspruch k\u00f6nnte man sagen, dass der <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/europa\/is\/thingvellir\/thingvellir_007731.html\" target=\"_self\">westliche Teil Islands<\/a> zu Amerika, Teile der <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/europa\/p\/azoren_pico\/azoren_pico_008246.html\" target=\"_self\">Azoren<\/a> gar zu Afrika geh\u00f6ren&#8230;), finanziell war das w\u00e4hrend des Studiums (oder gar davor) und jetzt &#8211; mitten in meinen Osnabr\u00fccker Windkraftzeiten &#8211; einfach nicht drin. Aber ich lie\u00df mich zu der Aussage hinrei\u00dfen, wenn er Karten f\u00fcr die Rolling Stones in Tokio besorgen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde ich zu dem Konzert mitkommen (woher ich von diesen Konzerten wusste &#8211; man darf nicht vergessen, 1994 ist noch das Vor-Web-Zeitalter (zumindest was den allgemeinen Privatgebrauch betrifft) -, kann ich heute nicht mehr sagen). So richtig ernst, habe ich das nicht genommen und Tickets bekommt man bestimmt auch nicht so leicht.<\/p>\n<p>Ich denke, es war um die Weihnachtszeit 1994, als ich erfuhr, dass mein Studienfreund zwei Tickets f\u00fcr ein Rolling Stones-Konzert am 17. M\u00e4rz 1995 bekommen hatte. In Tokio. Nun musste ich nur noch meinen Teil des Versprechens einl\u00f6sen&#8230;<\/p>\n<p>Ich kratzte mein Geld zusammen, hatte die Aussicht durch einen Windkraft-Vortrag ein paar Yen zuverdienen und die M\u00f6glichkeit in einer Studentenunterkunft umsonst \u00fcbernachten zu k\u00f6nnen. Mit deutschem Wein und mehrsprachigen (!) Osnabr\u00fcck-Bildb\u00e4nden im Gep\u00e4ck (als Gastgeschenke f\u00fcr die Unterkunftsverwalterin und den Professor, der meinen Vortrag organisierte) ging es los.\u00a0 Zug von Osnabr\u00fcck nach D\u00fcsseldorf, kurzer H\u00fcpfer nach Br\u00fcssel und weiter nach Tokio.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Weg von Narita, den nord\u00f6stlich von Tokio gelegenen internationalen Flughafen, nach Hiratsukaka, den Ort der Post-Doc-Stelle meines Studienfreundes (und s\u00fcdlich von Tokio gelegen), hatte ich eine genaue Beschreibung in der Tasche. Flughafenzug nach Shinjuku im Zentrum Tokios, dort in einen Zug der Odaky\u016b Odawara Line, einer S-Bahn-artige Vorortbahn, umsteigen und am Bahnhof Hadano wieder raus. H\u00f6rt sich einfach an, oder? F\u00fcr den Flughafen stimmt das auch, da ist das meiste auch auf Englisch angeschrieben. In Shinjuku aber nicht. Die Abfahrtsgleise der Odaky\u016b Odawara Line hatte ich schnell gefunden, nur ist diese Line genaugenommen zwei Linien. Und nur auf einer Linie liegt mein Zielbahnhof. Ich zeige meinen Zettel mit den japanischen Schriftzeichen meiner Endstation herum und irgendwann hei\u00dft es, das sei mein Zug. &#8222;Hei\u00dft es&#8220; ist eigentlich falsch, die Japaner sind hilfsbereit, vermeiden aber das gesprochene (englische) Wort.<\/p>\n<p>Ich komme an und freue mich auf die Unterkunft in Hiratsuka. Sie bietet bei klarem Wetter einen Blick auf Japans heiligem Berg, dem Fuji.<\/p>\n<div id=\"attachment_436\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a rel=\"attachment wp-att-436\" href=\"http:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/allgemein\/steine-im-dom\/attachment\/fuji\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-436\" class=\"size-medium wp-image-436\" title=\"Hiratsuka mit Fuji\" src=\"http:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/fuji-300x184.jpg\" alt=\"Hiratsuka mit Fuji\" width=\"300\" height=\"184\" srcset=\"https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/fuji-300x184.jpg 300w, https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/fuji.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-436\" class=\"wp-caption-text\">Hiratsuka mit Fuji<\/p><\/div>\n<p>An weniger klaren Tagen &#8211; das waren leider die meisten w\u00e4hrend meines knapp zweiw\u00f6chigen Aufenthalts &#8211; hat\u00a0 man immer noch den Ausblick auf eine Stra\u00dfenbaustelle vor dem Haus. Das klingt jetzt nicht besonders spannend, ist es wohl auch nicht, hat aber &#8211; zumindest f\u00fcr einen Nicht-Japaner &#8211; einen gewissen Unterhaltungswert. Der Verkehr an der Baustelle wird durch &#8211; in schicke Uniformen und wei\u00dfe Handschuhe gekleidete &#8211; Menschen geregelt, die sogenannten &#8222;Winker&#8220;, einen Namen, den sie von mir aufgrund ihrer T\u00e4tigkeit bekamen. Und sie taten das &#8211; und tun es vielleicht noch immer &#8211; mit einer unglaublichen Gewissenhaftigkeit&#8230;<\/p>\n<p>Neben dem oben erw\u00e4hnten Windkraft-Vortrag stehen in den ersten Tagen Ausfl\u00fcge in die n\u00e4here Umgebung an, darunter das nicht enden wollende <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/asien\/j\/tokio_shinjuku\/tokio_shinjuku_012306.html\" target=\"_self\">H\u00e4usermeer Tokios<\/a>, die Kleinstadt <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/asien\/j\/sagami-bucht\/sagami-bucht_012488.html\" target=\"_self\">Odawara<\/a> und die <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/asien\/j\/sagami-bucht\/sagami-bucht_012470.html\" target=\"_self\">Insel Enoshima<\/a>. Selbst in Tokio sieht man wenige westliche Touristen, au\u00dferhalb fast  gar nicht. Und das &#8222;Sehen&#8220; ist in diesem Fall einfach, da die meisten  Nicht-Japaner selbst in Menschenmeeren aufgrund ihrer K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe immer  schnell sichtbar sind. An das Fehlen lateinischer Buchstaben gew\u00f6hne ich mich schnell. Ausger\u00fcstet mit den Schriftzeichen der wichtigsten Orten komme ich \u00fcberall klar. Und richtig genial sind die Shokuhin sampuru, nachgemachte Nahrungsmittel aus Plastik, die sich im Schaufenster eines jeden Restaurants befinden.<\/p>\n<div id=\"attachment_438\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-438\" class=\"size-medium wp-image-438\" title=\"Shokuhin sampuru\" src=\"http:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/essen-300x187.jpg\" alt=\"Shokuhin sampuru\" width=\"300\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/essen-300x187.jpg 300w, https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/essen.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-438\" class=\"wp-caption-text\">Shokuhin sampuru<\/p><\/div>\n<p>Und Shokuhin sampuru gibt es nicht nur f\u00fcr Essen&#8230;<\/p>\n<div id=\"attachment_437\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-437\" class=\"size-medium wp-image-437\" title=\"Shokuhin sampuru\" src=\"http:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/bier-300x193.jpg\" alt=\"Shokuhin sampuru\" width=\"300\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/bier-300x193.jpg 300w, https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/bier.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-437\" class=\"wp-caption-text\">Shokuhin sampuru<\/p><\/div>\n<p>Verhungern kann man also nicht. Und obwohl das Preisniveau in Japan relativ hoch ist &#8211; die wahrscheinlich bis heute teuerste Dose Bier in meinem Leben trinke ich im <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/asien\/j\/tokio3\/tokio3_012354.html\" target=\"_self\">Hard Rock Cafe Tokios<\/a> -, ist das Essen in einfachen Restaurants bezahlbar und gut.<\/p>\n<p>Um nicht nur Tokio und seine Umgebung kennenzulernen, habe ich schon vor der Reise den Japan Rail Pass gekauft (das &#8222;vor der Reise&#8220; ist wichtig, man bekommt den Pass nur im Ausland!). Mit ihm hat man die M\u00f6glichkeit alle Z\u00fcge von Japan Rail f\u00fcr einen bestimmten Zeitraum ohne zus\u00e4tzliche Kosten zu nutzen, insbesondere auch die <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/asien\/j\/tokio3\/tokio3_012418.html\" target=\"_self\">Hochgeschwindigkeitsz\u00fcge Shinkansen<\/a>.<\/p>\n<div id=\"attachment_449\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-449\" class=\"size-medium wp-image-449\" title=\"Japan Rail Pass\" src=\"http:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/J_1995_00366-300x224.jpg\" alt=\"Japan Rail Pass\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/J_1995_00366-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/J_1995_00366.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-449\" class=\"wp-caption-text\">Japan Rail Pass<\/p><\/div>\n<p>Ausfl\u00fcge in die Hunderte Kilometer entfernten St\u00e4dte <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/asien\/j\/sendai_matsushima\/sendai_matsushima_012421.html\" target=\"_self\">Sendai<\/a> (relativ weit im Norden Honshus), <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/asien\/j\/kyoto\/kyoto_012511.html\" target=\"_self\">Kyoto<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/asien\/j\/nara\/nara_012556.html\" target=\"_self\">Nara<\/a> (beide s\u00fcdwestlich von Tokio gelegen) sind damit problemlos an einem Tag m\u00f6glich. Morgens hin, abends zur\u00fcck. Kyoto vermittelt einen gewissen Eindruck des &#8222;alten&#8220; Japans, die  Stadt hatte als eine der wenigen St\u00e4dte Japans das Gl\u00fcck, nicht im Zweiten Weltkrieg  zerst\u00f6rt zu werden. Ein Tagesausflug nach Hiroshima (seine Zerst\u00f6rung durch eine Atombombe j\u00e4hrt sich heute das 65. Mal) klappt nicht, die Shinkansen-Linie dorthin ist durch ein <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erdbeben_von_K%C5%8Dbe_1995\" target=\"_blank\">schweres Erdbeben<\/a> teilweise zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Noch fehlen allerdings die &#8222;Ausl\u00f6ser&#8220; der <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/asien\/j\/index.html\" target=\"_self\">Japan-Reise<\/a>. Die <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/welt\/musik\/stones\/stones_72873401.html\">Rolling Stones<\/a>. An insgesamt <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/asien\/j\/tokio_shinjuku\/tokio_shinjuku_012303.html\" target=\"_self\">sieben Abenden<\/a> treten sie im Rahmen ihrer <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/asien\/j\/tokio3\/tokio3_012355.html\" target=\"_self\">Voodoo Lounge-Tour<\/a> im <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/asien\/j\/tokio_shinjuku\/tokio_shinjuku_012331.html\" target=\"_self\">Tokyo Dome<\/a>, einem \u00fcberdachten Baseballstadion f\u00fcr \u00fcber 50000 Zuschauer, auf.<\/p>\n<p>Wir haben Tickets f\u00fcr die Trib\u00fcne, was f\u00fcr die hinter uns stehenden Japaner zumindest eine gewisse M\u00f6glichkeit bietet, auch etwas zu sehen (alle Pl\u00e4tze im Stadion sind zwar Sitzpl\u00e4tze, aber alle Besucher stehen mit Beginn des ersten Tones von <em>Not Fade Away<\/em> auf, und das obwohl der Stadionsprecher doch gesagt hatte, man solle w\u00e4hrend des Konzertes sitzen bleiben&#8230;). Das allgemeine Aufstehen ist nicht das einzig Auffallende, ein Gro\u00dfteil des Publikums ist im Anzug gekommen, oft mit Aktentasche (was wohl am fr\u00fchen Beginn des Konzertes liegt), und spendet Beifall eher zur\u00fcckhaltend. Ein kurzes Klatschen am Ende jeder Nummer, das wars. Da fallen die wenigen Westler im Publikum gleich wieder auf&#8230;<\/p>\n<div id=\"attachment_433\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a rel=\"attachment wp-att-433\" href=\"http:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/allgemein\/steine-im-dom\/attachment\/rs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-433\" class=\"size-medium wp-image-433\" title=\"Tokyo Dome: The Rolling Stones\" src=\"http:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/rs-300x147.jpg\" alt=\"Tokyo Dome: The Rolling Stones\" width=\"300\" height=\"147\" srcset=\"https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/rs-300x147.jpg 300w, https:\/\/www.erde-in-bildern.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/rs.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-433\" class=\"wp-caption-text\">Tokyo Dome: The Rolling Stones<\/p><\/div>\n<p>Der fr\u00fche Beginn des Konzerts hatte auch ein fr\u00fches Ende zur Folge. Mit einem Vorortzug ging es &#8222;nach Hause&#8220;. Wir unterhielten uns auf Deutsch. Das erregte die Aufmerksamkeit eines \u00e4lteren Japaners, der sich als Medizinprofessor vorstellte. Er berichtete davon, dass er regelm\u00e4\u00dfig in Hamburg gewesen ist, und dadurch auch ein wenig Deutsch gelernt hat. Um das Gespr\u00e4ch noch fortzusetzen lud er uns auf ein Essen in einem japanischen Restaurant ein. Mit Sushi und reichlich Sake, dem japanischen Reiswein, wurde es ein lustiger Abend. Sp\u00e4ter folgten noch ein paar Dosen Bier und <em>Indiana Jones<\/em> im Gemeinschaftsraum der &#8222;heimischen&#8220; Unterkunft.<\/p>\n<p>Am Tag drauf begann das gro\u00dfe Leiden, nicht wegen Sake und Bier, vielmehr hatte mich die japanische Grippe erwischt. Die Ausfl\u00fcge nach <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/asien\/j\/sagami-bucht\/sagami-bucht_012646.html\" target=\"_self\">Kamakura<\/a> und in den <a href=\"http:\/\/www.juergen-reichmann.de\/asien\/j\/hakone\/hakone_012494.html\" target=\"_self\">Fuji-Hakone-Izu-Nationalpark<\/a> konnte ich leider nur noch bedingt genie\u00dfen. Der ewig-lange R\u00fcckflug nach Europa war in der trocknen Flugzeugluft ein ziemlicher Horror. Dabei hatte ich gro\u00dfes Gl\u00fcck und ging dem wahren Horror aus dem Weg. Am Morgen meines R\u00fcckfluges waren die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C5%8Cmu_Shinriky%C5%8D#Giftgasanschlag_in_der_Tokioter_U-Bahn_.281995.29\" target=\"_blank\">Giftgasanschl\u00e4ge in der Tokioter U-Bahn<\/a>.<\/p>\n<p>Japan war ein Erlebnis, keine Frage. Auf der Liste der L\u00e4nder, die ich f\u00fcr eine Reise in den Fernen Osten empfehlen w\u00fcrde, steht es aber nicht ganz oben. Im Vergleich zu China oder den Staaten S\u00fcdostasiens ist es sehr teuer, auch die touristischen H\u00f6hepunkte sind &#8211; wenn man nicht riesige, un\u00fcberschaubare Stadtlandschaften ohne Ende liebt &#8211; von begrenzter Anzahl. Ergibt sich aber &#8211; wie in meinem Fall &#8211; eine (relativ) &#8222;g\u00fcnstige&#8220; Gelegenheit nach Japan zu reisen, dann nur zu!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von meinen j\u00e4hrlichen Treffen mit alten Studienfreunden habe ich schon berichtet. Mit einem aus dieser Gruppe hatte ich meine Diplomarbeitszeit am Stuttgarter Max-Planck-Institut f\u00fcr Metallforschung verbracht (speziell im A-Raum &#8211; was f\u00fcr ein unglaublich einfallsreicher Namen f\u00fcr ein Labor! Und ja, den B-Raum gab es auch&#8230; &#8211; des Pelletron-Geb\u00e4udes). 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