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Die ersten Zwanzig

In Erinnerung an Jörg

15. Oktober 1986
Stuttgart
Mit dem Tag der Erstsemestereinführung an der Physik-Fakultät der Universität Stuttgart beginnt für mich die Studienzeit. Zwei anderen Neu-Studenten, mit denen ich in den nächsten Jahren viel Zeit verbringen werde, begegne ich während der Erstsemestereinführung zum ersten Mal.

Physik-Hochhaus der Universität Stuttgart

Physik-Hochhaus der Universität Stuttgart

30. September 1993
Stuttgart
Der Tag der Exmatrikulation ist auch das Ende meiner Stuttgarter Zeit. Der Arbeitsmarkt ist – auch für Neu-Physiker – alles andere als gut. Über drei Ecken erhalte ich das Angebot bei einem Hersteller für Windkraftanlagen arbeiten zu können. Dafür ziehe ich Anfang Oktober 1993 nach Osnabrück, in den Norden Deutschlands. Meine Studienfreunde – auch die beiden oben erwähnten – bleiben in Stuttgart, sie hatten sich für eine Promotion entschieden.

Zumindest einmal im Jahr treffe ich die Studienfreunde wieder. Meist in der Weihnachtszeit, immer in Stuttgart. Im Laufe des Jahres 1996 endet auch für sie endgültig die Zeit des Studiums und sie verstreuen sich quer über Deutschland. Ich selbst war zu diesem Zeitpunkt schon von Osnabrück nach München weitergezogen. Deshalb schlug ich ein Wiedersehenstreffen in Bayern vor, genaugenommen am Rand der Alpen.

1
1996
Garmisch-Partenkirchen und Umgebung
Ende August treffen wir uns auf dem zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald gelegenen Campingplatz Tennsee. Das Wetter ist regnerisch und kühl. Neben Besuchen der Partnachklamm und des Walchensees erleben wir ein wohl als historisch zu bezeichnendes 7:1 im Eishockey-Länderspiel zwischen Deutschland und Tschechien.

Campingplatz Tennsee

Campingplatz Tennsee


Olympia Eissportzentrum: World Cup-Eishockey-Länderspiel Deutschland - Tschechien

Olympia Eissportzentrum: World Cup-Eishockey-Länderspiel Deutschland – Tschechien


Partnachklamm

Partnachklamm


Dass dieses Treffen für uns Fünf eine lange Tradition begründen wird, das war uns allen damals bestimmt noch nicht bewusst. Auf jeden Fall wollten wir uns im darauf folgenden Jahr wieder treffen. Auf einem Campingplatz werden wir aber – zumindest bis heute – nicht mehr übernachten.

2
1997
Niederlande
Eine feste Unterkunft haben wir auch 1997 noch nicht. Wir mieten uns für Anfang Oktober ein Boot und tuckern von Woubrugge aus über die Kanäle und Seen Hollands. Unerfahren wie wir alle im Bootsfahren sind, bleibt das eine oder andere kleinere Missgeschick nicht aus. Zwei Steuerkonsolen an Bord machen das Bootsfahren dabei nicht unbedingt einfacher. Kaputtes Geschirr und eine Schramme am Boot zeugen am Ende davon. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – wird diese Reise im Rückblick immer für Heiterkeit sorgen.

Bootstour Holland

Bootstour Holland


Bootstour Holland

Bootstour Holland


Bootstour Holland

Bootstour Holland


Bootstour Holland

Bootstour Holland

3
1998
Fränkische Schweiz
Wiederum Anfang Oktober findet das dritte Treffen statt, halbwegs in der Mitte von unseren damaligen Wohnorten in der Fränkischen Schweiz. Höhlen und andere geheimnisvolle Orte stehen auf dem Programm, dazu ein Ausflug nach Bamberg.

Ruinentheater im Felsengarten von Sanspareil

Ruinentheater im Felsengarten von Sanspareil


Ferienwohnung Kirchahorn

Ferienwohnung Kirchahorn


Druidenhain Wohlmannsgesees

Druidenhain Wohlmannsgesees


Altes Rathaus Bamberg

Altes Rathaus Bamberg

4
1999
Prag
Nach den eher Natur-orientierten ersten drei Studie-Reisen steht im Juli 1999 mit der tschechischen Hauptstadt Prag zum ersten Mal eine reine Städtereise an.

U Fleku Prag

U Fleku Prag


Prag

Prag


Prag: Moldau, Karlsbrücke, Nikolauskirche, Burg, St.-Veits-Kathedrale

Prag: Moldau, Karlsbrücke, Nikolauskirche, Burg, St.-Veits-Kathedrale

5
2000
Budapest
Budapest im hochsommerlich-heißen Juli ist das Ziel im Jahr 2000.

Budapest

Budapest


Budapest

Budapest


Matthiaskirche Budapest

Matthiaskirche Budapest


Budapest: Kettenbrücke, Donau, Palais Gresham (Sezessionspalast) und St.-Stephans-Basilika

Budapest: Kettenbrücke, Donau, Palais Gresham (Sezessionspalast) und St.-Stephans-Basilika

6
2001
Malta
Malta ist das erste Ziel im Süden Europas, das wir anlässlich unserer jährlichen Treffen besuchen. Über den 1. Mai fliegen wir für ein paar Tage dorthin, haben unsere Unterkunft in Valletta, fahren aber auch mit dem Mietwagen kreuz und quer über die Insel. Bei der Aussage „Fuel is extra“ war uns allerdings nicht klar, dass der Mietwagen überhaupt erstmal „Fuel“ brauchen würde. Tankstellen sind aber am 1. Mai geschlossen. Bis – zum Glück – auf die sehr wenigen, die einen Münzautomaten haben. Nicht zum einzigen Mal während unserer Reisen sind wir an einem der Abende in einer Kneipe, um Fußball zu schauen. In Malta sehen wir so einen Sieg des FC Bayern Münchens im Champions League-Halbfinalhinspiel gegen Real Madrid.

Valletta

Valletta


Fort St. Elmo in Valletta

Fort St. Elmo in Valletta


Ghar Hassan

Ghar Hassan

Hagar Qim

Hagar Qim

7
2002
Südtirol
Nach dem Ausflug in die Ferne geht es Ende Oktober 2002 ins – zumindest für Münchner – nahe gelegene Südtirol.

Halbweghütte am Mendelpass

Halbweghütte am Mendelpass


Blick vom Penegal auf die Dolomiten

Blick vom Penegal auf die Dolomiten


Kreideturm bei Eppan

Kreideturm bei Eppan

8
2003
Elsaß
Nach Südtirol im Vorjahr wird auch die Reise ins französische Elsaß im Oktober 2003 eine Mischung aus Natur und Kultur. Und exzellentem Essen.

Zigeunerfelsen bei Niedersteinbach

Zigeunerfelsen bei Niedersteinbach


Burg Fleckenstein bei Lembach

Burg Fleckenstein bei Lembach

Schon seit Südtirol sind Teddy und Teddine immer auf unseren Studie-Reisen dabei.

Burg Fleckenstein beim Lembach: Teddy und Teddine

Burg Fleckenstein beim Lembach: Teddy und Teddine

9
2004
Trier / Luxemburg
Bei angenehmen Temperaturen besuchen wir im Herbst 2004 die alte Römerstadt Trier und das nicht weit davon entfernte Luxemburg.

Kaiserthermen Trier

Kaiserthermen Trier


Porta Nigra Trier

Porta Nigra Trier


Luxemburg: Unterstadt Grund, Alzette und Oberstadt mit St. Michael

Luxemburg: Unterstadt Grund, Alzette und Oberstadt mit St. Michael

10
2005
Mallorca
Studie-Treffen Nummer 10! Zu unserem Jubiläum geht es nach Mallorca. Nicht zum Ballermann (der hat im November wohl auch geschlossen), sondern zu Land und Leute quer über die Insel. Ihr fragt euch: Fünf Kerle auf Tour in Malle und kein Ballermann? Nicht, dass es abends auch mal ein Bier gäbe, aber tagsüber steht – wie auf all unseren Reisen – das Besichtigen und Fotografieren im Vordergrund. Kein Wunder, wenn von den Fünfen drei Hardcore-Fotografen sind…

Puig de Santa Maria

Puig de Santa Maria


Castell de Bellver Palma de Mallorca

Castell de Bellver Palma de Mallorca


Cap de Formentor

Cap de Formentor

11
2006
Sizilien
Nach Malta und Mallorca ist Sizilien die dritte Insel im Mittelmeer, die wir im Rahmen unserer jährlichen Treffen besuchen. Zum ersten Mal auf unseren Studie-Reisen wechseln wir täglich das Quartier. Start und Ende ist Palermo, Stationen dazwischen sind unter anderem Erice, der Ätna, Taormina, Syrakus, Noto und Agrigent. Obwohl schon Ende Oktober haben wir traumhaftes Wetter.

Agrigent: Concordia-Tempel im Tal der Tempel

Agrigent: Concordia-Tempel im Tal der Tempel


Ätna

Ätna


Ätna

Ätna


Syrakus: Griechisches Theater im Parco Archeologico della Neapoli

Syrakus: Griechisches Theater im Parco Archeologico della Neapoli

12
2007
Istanbul
Istanbul, das wir Ende Mai / Anfang Juni besuchen, ist – abgesehen von einem Schiffsausflug auf dem Bosporus – wieder eine klassische Städtereise.

Topkapi-Palast Istanbul

Topkapi-Palast Istanbul


Süleymaniye-Moschee Istanbul

Süleymaniye-Moschee Istanbul


Yerebatan-Zisterne Istanbul

Yerebatan-Zisterne Istanbul

13
2008
Thüringen
Wieder einmal ein Ziel in Deutschland: Thüringen im Mai 2008. Ausgangsort unserer „Exkursionen“ ist die thüringische Landeshauptstadt Erfurt. Für alle geht es von dort mit dem Rad nach Weimar, für die meisten mit selbigem auch wieder zurück. Für den Ausflug nach Gotha teilen wir uns auf, ich gehöre zum Zweimannteam, das den Zug nimmt (der Plattfuß auf dem Rückweg von Weimar hatte mich frustriert…). Der Nationalpark Hainich und Bad Langensalza sind der Abschluss des Ausfluges in die ehem. DDR.
Da wir alle mit Autos angereist sind, haben wir endlich auch noch eine weitere Möglichkeit: Dias schauen bis zum Abwinken (bei Flugreisen möchte dann doch keiner einen Projektor mitschleifen…). Wobei… Das mit dem Abwinken stimmt so nicht ganz genau, aus Erfahrung mit früheren derartigen Abenden musste jeder, der Dias mitbrachte, sich auf 200 Stück limitieren. Noch bis zur Reise nach Rom 2011 bleiben die schon erwähnten drei Hardcore-Fotografen dem Dia treu.

Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich

Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich


Erfurt

Erfurt


Weimar

Weimar


Gotha

Gotha

14
2009
Belgien
Brüssel ist Übernachtungsort für unsere Reise nach Belgien im Mai 2009. Die Stadt ist viel abwechslungsreicher als man sie aus den Nachrichten kennt. Neben dem bekannten Europaviertel existiert beispielsweise eine Altstadt und das nette Comic-Viertel. Brüssel ist nicht die einzige Stadt, die wir uns in Belgien anschauen. Ausflüge nach Ostende, Brügge, Mechelen und Antwerpen stehen tagsüber auf dem Programm. Abends versuchen wir uns einen Überblick über die schier unendliche Vielfalt belgischer Biere zu verschaffen.

Atomium Brüssel

Atomium Brüssel


Brüssel

Brüssel


Auch das ist Brüssel

Auch das ist Brüssel


Mechelen

Mechelen


Brügge

Brügge


Antwerpen

Antwerpen


Ostende

Ostende

15
2010
Ruhrgebiet
Auf das Ruhrgebiet als Reiseziel kommt vielleicht nicht jeder. Aber es lohnt sich. Die Anlagen aus dem Zeitalter von Steinkohle und Stahl sind beeindruckend, besonders die Zeche Zollverein in Essen und der Landschaftspark Duisburg-Nord. Das Wetter hätte für Mai besser sein können, aber alles in allem haben wir – wie fast immer auf unseren gemeinsamen Reisen! – Glück.

Park der Villa Hügel in Essen

Park der Villa Hügel in Essen


Zeche Zollverein Essen

Zeche Zollverein Essen


Gasometer Oberhausen

Gasometer Oberhausen


Landschaftspark Duisburg-Nord

Landschaftspark Duisburg-Nord


Schleusenpark Waltrop

Schleusenpark Waltrop

16
2011
Rom
Ruinen der klassischen Art gibt es in Rom (im Vergleich zu den Industrieruinen im Jahr zuvor). Und Hunderte Kirchen. Und Paläste, Brunnen, Plätze, Monumente. Und italienisches Essen. Die ewige Geschichte der Stadt lebt an fast jeder Ecke. Anfang Juni ist es schon sommerlich warm. Die Idee, unser Gepäck am letzten Reisetag im Bahnhofsschließfach zu lassen, geben wir in Anbetracht der riesigen Schlange schnell wieder auf. Stattdessen rumpeln wir mit den Rollkoffern ein letztes Mal durch die Stadt.

Palatin in Rom

Palatin in Rom


Rom

Rom


Kolosseum Rom

Kolosseum Rom


Rom: Via dei Fori Imperiali und Monumento Vittorio Emanuele II

Rom: Via dei Fori Imperiali und Monumento Vittorio Emanuele II


Spaghetti Carbonara

Spaghetti Carbonara

17
2012
Stockholm
In Stockholm im Juni 2912 ist etwas grundlegend anders als in den Jahren zuvor. Wir sind nur noch zu viert. Jörg ist im Herbst 2011 verstorben. Meistens legen wir uns schon während der aktuellen Reise auf ein Ziel für das kommende Jahr fest, zusammen mit einer Person, die Dinge wie Reisetermin, Unterkunft oder einen Mietwagen für die nachfolgende Reise organisiert. Wenn ich mich richtig erinnere, war es Jörgs Idee Stockholm zu besuchen, er wollte diese Reise auch organisieren. Er konnte es nicht mehr tun.

Stockholm

Stockholm


Stockholm

Stockholm


Vaxholm (Schären)

Vaxholm (Schären)


Stockholm

Stockholm


Stockholm

Stockholm

18
2013
Südfrankreich
Anfang und Ende der Reise durch Südfrankreich im Oktober 2013 verbringen wir in Marseille, in diesem Jahr europäische Kulturhauptstadt. Für die drei Tage dazwischen übernachten wir in Avignon und machen Ausflüge nach Aix-en-Provence, Orange, Carpentras, zum Pont du Gard, nach Nîmes, Aigues-Mortes, Les Baux-de-Provence, Arles und in die Camargue.

Marseille

Marseille


Marseille: Alter Hafen (Vieux-Port) und La Garde mit der Basilique Notre-Dame-de-la-Garde

Marseille: Alter Hafen (Vieux-Port) und La Garde mit der Basilique Notre-Dame-de-la-Garde


MuCEM (Musée des Civilisations de l’Europe et de la Méditerranée) in Marseille

MuCEM (Musée des Civilisations de l’Europe et de la Méditerranée) in Marseille


Markt auf dem Place des Prêcheurs in Aix-en-Provence

Markt auf dem Place des Prêcheurs in Aix-en-Provence


Pont d'Avignon über die Rhone

Pont d’Avignon über die Rhone


Antikes Theater von Orange

Antikes Theater von Orange


Cathédrale Saint-Siffrein de Carpentras

Cathédrale Saint-Siffrein de Carpentras


Pont du Gard

Pont du Gard


Place des Arènes in Nîmes

Place des Arènes in Nîmes


Aigues-Mortes

Aigues-Mortes


Les Baux-de-Provence: Burgruine Château des Baux

Les Baux-de-Provence: Burgruine Château des Baux


Amphitheater (Arènes d'Arles)

Amphitheater (Arènes d’Arles)


Camargue: Rosaflamingos im Étang de Vaccarès

Camargue: Rosaflamingos im Étang de Vaccarès


Meerwassersalinen in der Camargue

Meerwassersalinen in der Camargue

19
2014
Südpolen
Polen stand schon früher als mögliches Reiseziel zur Diskussion. Im Herbst 2014 ist es dann so weit. Wir treffen uns für unser fünftägiges Treffen in Krakau, der früheren polnischen Hauptstadt. Zwei von uns, die schon am Morgen des ersten Reisetages anreisen, nutzen das zu einem Ausflug ins Salzbergwerk Wieliczka. Von Krakau geht es bei regnerisch-trübem Wetter am dritten Tag über Kalwaria Zebrzydowska nach Auschwitz. In einer mehrstündigen Führung werden uns die Stätten, die für den unglaublichen nationalsozialistischen Terror stehen, gezeigt. Tief bedrückt geht es abends weiter nach Breslau.

Großer Ring Breslau

Großer Ring Breslau


Salzbergwerk Wieliczka

Salzbergwerk Wieliczka


Hauptmarkt Krakau

Hauptmarkt Krakau


Kalwaria Zebrzydowska

Kalwaria Zebrzydowska


Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau

Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau


Jahrhunderthalle Breslau

Jahrhunderthalle Breslau


Großer Ring (Rynek) und Innerer Ringblock in Breslau

Großer Ring (Rynek) und Innerer Ringblock in Breslau

20
2015
Schottland
Nach den städtisch orientierten Reisen der Jahre zuvor steht zum Jubiläum unserer zwanzigsten gemeinsamen Reise eine Mischung aus Kultur, Natur und Technik (!) auf dem Programm. Start und Ende der Rundreise durch den Süden und die Mitte Schottlands ist Edinburgh. Schottland steht nicht im Ruf das schönste Wetter Europas zu haben. Das können wir auch nach unseren fünf Tagen im Mai 2015 bestätigen, von Regen bis strahlendem Sonnenschein war alles dabei. Mit einem deutlichen Mehr an schönem Wetter.
Am ersten Reisetag geht es für drei von uns von Edinburgh nach Dumfries nahe der Irischen See, mit Zwischenstopps bei den Ruinen von Melrose Abbey und Jedburgh Abbey. Unseren vierten Mann treffen wir erst in Dumfries auf dem Weg ins Pub, stürmisches Wetter hatte seine Anreise verzögert. War der erste Tag geprägt von Klosterruinen, so liegt am zweiten der Schwerpunkt auf Schlösser und Burgen. Vom Caerlaverock Castle geht es über Drumlanrig Castle zum wunderschön gelegenen Culzean Castle. Balloch ist unser nächster Übernachtungsort und Start für unsere Fahrt durch den Loch Lomond and The Trossachs National Park. Ein früherer Musiker der brtischen Armee betreibt die Unterkunft, in der wir in Callander übernachten. Nicht nur, dass er seine Gäste mit Dudelsackmusik weckt, er begleitet auch das Frühstück mit musikalischen Einlagen. Zwei der bekanntesten Schlösser Schottlands stehen am vorletzten Tag auf unserem Programm, morgens Stirling Castle, nachmittags Edinburgh Castle, dazwischen besichtigen wir das Falkirk Wheel, ein Schiffshebewerk in Form eines Riesenrades. Am letzten Tag beschließt ein weiterer Stadtspaziergang durch Edinburgh unsere Schottlandreise.

Loch Lomond and The Trossachs National Park

Loch Lomond and The Trossachs National Park


Edinburgh Castle

Edinburgh Castle


Melrose Abbey

Melrose Abbey


Jedburgh Abbey

Jedburgh Abbey


Caerlaverock Castle

Caerlaverock Castle


Drumlanrig Castle

Drumlanrig Castle


Culzean Castle

Culzean Castle


Loch Lomond and The Trossachs National Park

Loch Lomond and The Trossachs National Park


The Highland Guest House Callander

The Highland Guest House Callander


The Highland Guest House Callander

The Highland Guest House Callander


The Highland Guest House Callander: Scotish Breakfast

The Highland Guest House Callander: Scotish Breakfast


Stirling Castle

Stirling Castle


Falkirk Wheel

Falkirk Wheel


Blick vom Nelson Monument auf Old Town, Edinburgh Castle und New Town

Blick vom Nelson Monument auf Old Town, Edinburgh Castle und New Town


On the road

On the road

Eine bestimmte Reise herauszuheben wäre gegenüber all den anderen ungerecht. Und so interessant jede einzelne von ihnen auch war, das besondere ist, dass wir uns – auch nach all den Jahren – immer auf unser Wiedersehen freuen. Bei aller Wichtigkeit der Besichtigungen und des Fotografierens ist das Schönste an diesen Treffen die Zeit, die wir miteinander verbringen.

Die ersten Zwanzig waren erst der Anfang. Nummer 21 ist schon geplant.

Italia! Italia!

„Italia! Italia!“ Diese Worte höre ich nicht von begeisterten Fans in einem Fußballstadion, sondern von Leuten, die auf die eine oder andere Weise auf dem Flughafen von Neapel arbeiten. Und wirklich begeistert sind sie auch nicht.

Was ist passiert? Die lange Version? Ok, warum nicht 🙂

Im August 2012 kündigt Mark Knopfler seine Privateering-Tour mit Konzerten im Frühling/Sommer 2013 an. Zwei Termine bringen meine Augen zum Leuchten. Der 27. Mai in London (noch dazu in der Royal Albert Hall!) und der 14. Juli in Neapel. Der London-Termin ist schnell erklärt. Denn, wenn es noch einen Grund gebraucht hätte, in jenen Maitagen noch London zu fliegen, jetzt ist er gefunden. Denn der 27. Mai ist der Montag, der jenem Samstag folgt, an dem im Wembley-Stadion das Champions League-Endspiel 2013 stattfinden wird…

Aber warum Neapel? In Neapel war ich schon einmal. Das ist aber über 25 Jahre her. Und seitdem wollte ich mal wieder dorthin. Aus beruflichen Gründen sind ausgedehnte Reisen im Juli 2013 nicht möglich. Aber da das Neapel-Konzert an einem Sonntag ist, würde sich das Ziel hervorragend für ein (verlängertes) Wochenende eignen.

Gründe für die beiden Knopfler-Konzerte gab es also genug. Noch ein bisschen Überzeugungsarbeit. Dann sind die Tickets für die beiden Konzerte gekauft. Und kurz darauf auch entsprechende Flüge gebucht.

Das London-Wochenende im Mai 2013 wird einzigartig. Der Zufall will es, dass am Anreisetag, dem Freitag (vor dem oben genannten Montag), Eric Clapton in der Royal Albert Hall spielt und ich auch noch Tickets dafür bekomme (wenn auch sehr ungewöhnliche).

Royal Albert Hall London

Royal Albert Hall London


Royal Albert Hall London: Eric Clapton

Royal Albert Hall London: Eric Clapton


Royal Albert Hall London: Mark Knopfler

Royal Albert Hall London: Mark Knopfler

Und dann ist da ja auch noch DER Samstag zwischen EC’s Auftritt am Freitagabend und MK’s Konzert am Montagabend. Nach 2010 in Madrid und 2012 dahoam das 3. Champions League-Endspiel des FC Bayern München innerhalb kürzester Zeit.

Wembley-Stadion London

Wembley-Stadion London

Anfang Juli geht es dann in den Süden Italiens. 4 Tage, 3 Nächte am Golf von Neapel. Um auch die Umgebung Neapels erkunden zu können habe ich für die erste Zeit ein Mietwagen. Mit diesem geht es als erstes in das westlich von Neapel gelegene Pozzuoli, das neben einigen römischen Ausgrabungen die Phlegräischen Felder als Sehenswürdigkeit bietet.

Amphitheater Pozzuoli

Amphitheater Pozzuoli

Die Phlegräischen Felder sind ein über 150 Quadratkilometer großes Gebiet erhöhter vulkanischer Tätigkeit, sehr gut zu besichtigen im Krater des Vulkans Solfatara. Dort treten an mehreren Stellen heiße Dämpfe aus dem Erdinnern, an anderen Stellen blubbert es und über allem liegt ein penetranter Schwefelgeruch (nichtsdestotrotz liegt innerhalb dieses Kraters ein Campingplatz).

Solfatara

Solfatara

Der bekannteste Vulkan am Golf von Neapel ist allerdings nicht die Solfatara sondern der Vesuv. Und dieser ist das erste Ziel unseres zweiten Tages. Aufgrund längerer nächtlicher Probleme mit der Tür unseres Hotelzimmers (wieder einmal versagte die Technik des elektronischen Schlosses) kommen wir am Parkplatz unterhalb des Vesuvgipfels später an als geplant.

Vesuv

Vesuv

Bei gut 30 Grad im Schatten geht es hoch zum Kraterrand. Schatten gibt es in der baumlosen Landschaft allerdings nicht. Der Blick in den Kraterschlund ist faszinierend, der Blick auf die Bucht von Neapel – am Fuße des Vesuvs gelegen – aber durch Wolken meist stark eingeschränkt.

Der Vesuv ist ein aktiver Vulkan, auch wenn sein bekanntester Ausbruch – die sog. Pompeji-Eruption – schon fast 2000 Jahre zurückliegt. Und genau dieses Pompeji, das mit dem Vesuvausbruch im Jahr 79 n. Chr. untergegangen ist, besuchen wir am Nachmittag des gleichen Tages. Die verschüttete Stadt geriet für Jahrhunderte in Vergessenheit, erst im 18. Jahrhundert wurde sie wiederentdeckt.

Pompeji - im Hintergrund der Vesuv

Pompeji – im Hintergrund der Vesuv

Ein fast immer leicht wehender Wind macht die Tour durch die Ruinen – trotz der heißen Temperaturen – erträglich. Die in den Medien oft kolportierte Verwahrlosung Pompejis kann ich aber nicht feststellen, sowohl für den Zufluss als auch für den Abfluss von Flüssigkeiten ist gesorgt.

Die meist besuchte Sehenswürdigkeit in Pompei ist allerdings nicht, wie ich gedacht hatte, das römische Pompeji, sondern das „Heiligtum Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz“ (Santuario della Beata Vergine del Rosario), eine römisch-katholische Marien-Wallfahrtskirche, die jährlich von über vier Millionen Pilgern besucht wird. Mit einem Besuch diese Kathedrale – sie steht im Range einer Papstbasilika – starten wir unseren dritten Reisetag.

Heiligtum Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz in Pompei

Heiligtum Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz in Pompei

Zeit für Herculaneum bleibt leider nicht mehr, denn wir müssen unseren Mietwagen vor 12 Uhr am Flughafen Neapel abgeben. Davor gilt es noch das Tankproblem zu lösen, Möglichkeit 1 besteht darin das Auto nicht vollgetankt abzugeben, dann muss ich den kompletten ersten Tankinhalt bezahlen. Eine schlechte Option, denn dafür haben wir viel zu wenig verbraucht. Möglichkeit 2 ist selbst vollzutanken.

Kurz vor dem Flughafen von Neapel erblicken wir eine offene Esso-Tankstelle. Nachdem uns der Tankwart vollgetankt hat, gehe ich mit ihm ins Kassenhäuschen und reiche ihm einen 50-Euro-Schein. Er nimmt ihn, blubbert aber ständig von „Carta, Carta“. Ich vermute, er will, dass ich stattdessen mit Kreditkarte zahle. Warum das denn? Er hat doch 50 Euro. Und die müssen doch für die paar Liter sicher reichen. Er lässt nicht locker. Und will den 50-Euro-Schein aber auch nicht annehmen. Ich frage, was es denn jetzt kosten würde? Er deutet auf ein Display, dass einen Meter weg steht, noch dazu leicht durch eine Pflanze verdeckt ist. Dort steht ein Betrag von knapp unter 30 Euro.

Esso-Tankstelle Neapel

Esso-Tankstelle Neapel

Um so weniger verstehe ich, warum er nicht meinen 50-Euro-Schein annehmen will. Ich kratze 30 Euro in kleineren Scheinen zusammen und gebe ihm diese. Er gibt mir meinen 50-Euro-Schein zurück. Das denke ich zumindest.

Noch auf den wenigen Metern von der Tankstelle zum Flughafen werde ich stutzig. Ich schaue mir den zurückgegebenen 50-Euro-Schein noch einmal an. Und merke sofort, dass ist nicht meiner. Nicht, dass ich meine Geldscheine auswendig kennen würde, nein, aber dieser war nicht der Schein, den ich vor kurzem dem Tankwart gegen hatte. Denn der Schein, den ich jetzt hatte, das war Falschgeld.

Was tun? Wir entschließen uns zur Polizei zu gehen. Das sollte ja am internationalen Flughafen der Millionenstadt Neapel kein Problem sein. Also, noch kurz den Mietwagen abgegeben, dann die Polizeistation gesucht. Und gefunden. Dort angekommen macht uns der anwesende Polizist klar, dass er weder Deutsch noch Englisch spräche. Und mit dem falschen Fuffziger, dem ich zeige, auch nichts anzufangen weiß.

So schnell gebe ich nicht auf. Ich bin ja auch ziemlich sauer, so dreist übers Ohr gehauen worden zu sein. Und jetzt interessiert sich der Polizist in der Polizeistation des internationalen Flughafens der drittgrößten Stadt Italiens nicht dafür? Irgendwann steht er dann doch auf und wir gehen gemeinsam zu einem Flughafenschalter, an dem eine Angestellte Englisch spricht. Sie übersetzt ihm meine Geschichte. Währenddessen kommen noch mehr Flughafenangestellte hinzu. Sie alle begutachten den Geldschein und sind – mit einer Ausnahme – auch einig, dass dieser Schein falsch ist. Nur einen interessiert das alles gar nicht mehr. Der Polizist ist schon wieder weg. Auf meinen fragenden Blick in die Runde der Flughafenangestellten, bekomme ich nur eine Antwort: „Italia! Italia!“

Echt und falsch

Echt und falsch

Ohne einen weiteren Versuch den falschen Schein in italienische Polizeihände zu geben packe ich den falschen Fuffziger ein und nehme ihn mit nach Hause, wo er seinen Weg zum bayerischen Landeskriminalamt findet.

Vor dem Rückflug bleibt aber noch Zeit Neapel kennenzulernen. Und natürlich Mark Knopfler live zu sehen! Neapel ist eine verrückte Stadt. Sie ist das Zentrum einer Metropolregion von drei, vier Millionen Einwohnern. Und hat – das ist richtig spürbar – eine hohe Bevölkerungsdichte, über 8000 Einwohnern pro Quadratkilometer. In Rom – zum Vergleich – leben „nur“ etwa 2000 Einwohner auf einem Quadratkilometer. Aber mir gefällt Neapel.

Neapel, Golf von Neapel, Vesuv

Neapel, Golf von Neapel, Vesuv

Ursprünglich sollte Mark Knopfler auf der Piazza del Plebescito in der Altstadt Neapels auftreten. Da es sich um einen öffentlichen Platz handelt, kam ein Politiker der Stadt auf die Idee, kostenlosen Eintritt für das Konzert zu fordern. Das Management von Mark Knopfler war wohl darüber nicht so glücklich und beschloss den Veranstaltungsort zu wechseln. Statt mitten in der Altstadt fand das Konzert nun in der Arena Flegrea statt, einer Freilichtbühne am Rande der Stadt. Eigentlich eine schöne Veranstaltungsstätte. Aber nicht für Rockkonzerte. Denn zwischen der Bühne und dem Publikum befindet sich ein riesiger Graben – gedacht für ein komplettes Orchester bei Opernaufführungen.

Arena Flegrea Neapel

Arena Flegrea Neapel

Open Airs beginnen in Italien sehr spät, in Mark Knopflers Fall um halb 10 abends. Zur Arena Flegrea zu kommen war kein Problem. Am frühen Abend fuhren Vorortzüge dort hin. Kurz vor Mitternacht aber, d.h. nach Konzertende, gibt es keinen öffentlichen Nahverkehr mehr.

Arena Flegrea Neapel: Mark Knopfler

Arena Flegrea Neapel: Mark Knopfler

Aber wozu gibt es Taxis? Die Fahrpreisverhandlungen gestalten sich kurz. 40 Euro. Stand auf so auf der Liste des Taxifahrers. Und an diese Liste glaubte er. Die Alternativen waren nicht reichlich. Ok, besser als in einem dunklen Vorort Neapels umherzulaufen.

Weniger dunkel ist zu diesem Zeitpunkt die Innenstadt Neapels, in die es mit dem Taxi zurückgehen soll. Zur mitternächtlichen Stunde herrscht dort ein Treiben wie bei uns zur abendlichen Rushhour. Von dem Treiben habe ich allerdings nicht viel mitbekommen. Denn ich erlebe die Taxifahrt meines Lebens.

Taxi in Neapel.
Oben die Fahrstrecke von der Arena Flegrea zum Hotel. Unten das Geschwindigkeitsprofil. Die flachen Abschnitte sind Tunneldurchfahrten, in denen kein GPS-Signal vorhanden war, links die Galleria di Posillipo, rechts der Tunnel della Vittoria.
Die Darstellung erfolgt mit Hilfe des GPX Viewer-Scripts von Jürgen Berkemeier.

Rote Ampeln? Warum anhalten. Zebrastreifen mit Menschen darauf? Eine Lücke findet sich. Stockender Verkehr? Dafür gibt es doch Abkürzungen über Parkplätze, Fußgängerwege, Nebenstraßen oder notfalls auch die Gegenfahrbahn – letzteres besonders beliebt bei den Fahrten durch die Tunnel. Geschwindigkeitsbeschränkungen? Kann man beim Vorbeirasen ja nicht wirklich erkennen. Nur einmal kommt unser Fahrer kurz ins Grübeln. Die letzten Meter zu unserem Hotel „versperrt“ eine Einbahnstraße. Er findet dafür das Wort „Problem“. Aber, wie geschrieben, das Grübeln war kurz…

Wir sind nicht die einzigen mit interessanten Nach-Mark-Knopfler-in-Neapel-Taxi-Fahrten. Isaac – ein Blogger, der nicht nur wie ich zwei Konzerte von Mark Knopflers Privateering-Tour besucht, sondern alle! – schreibt dazu in seinem Blog folgendes:

The ride to the hotel was one of the scariest taxi rides I took in my entire life. I would never drive in Napoli. People here drive like complete and utter idiots. Sort of like Istanbul: you can never anticipate who’s going to do what. You can’t take anything for granted.

The drive took about 10 minutes but it felt like forever. I was sure we’re going to end up in a hospital somewhere: insane drivers. Luckily, got back to the hotel safely.

Quelle: Isaac’s “Privateering” Tour Blog

Nach einem weiteren Spaziergang durch die Altstadt Neapels am Morgen des vierten Reisetages geht es ohne Taxi und Mietwagen, sondern mit einem öffentlichen Bus zum Flughafen Neapels. Und von dort zurück nach Hause.

Italien im Sommer 2013 ist damit aber noch nicht zu Ende. Der Anlass für weitere Reisen in den Süden sind weitere Rockkonzerte. Deep Purple in Rom. Noch dazu an einem 22. Juli. Und Robbie Williams steht am 31. Juli in Mailand auf der Bühne des San-Siro-Stadions.

Ippodromo delle Capannelle (Rock in Roma): Deep Purple

Ippodromo delle Capannelle (Rock in Roma): Deep Purple

San Siro Mailand: Robbie Williams

San Siro Mailand: Robbie Williams

Juli und August sind nicht die idealen Reisemonate für Italien. Gibt es aber einen Anlass – wie es die drei Konzerte waren – und passt man sich den Verhältnissen – gut beschrieben mit dem spanischen Begriff Siesta – an, dann kann man das Land auch im Sommer gut bereisen. Und lange laue Sommerabende sind ja etwas ganz besonders Schönes.

Gustav Hertz, Otto Waalkes, Franka Potente, …

… 20 Millionen hier namentlich Nicht-Genannte und ich.

Wir haben eines gemeinsam – den gleichen Tag als Start ins Leben.

1967 – Donaueschingen

Altes Krankenhaus (Donaueschingen)

1982 – München

München

München

1983 – Hamburg

Der „offizielle“ Beginn meiner selbstgeplanten Reisetätigkeiten.

Hamburger Hafen

Hamburger Hafen

1984 – Breisach am Rhein

Breisach am Rhein

Breisach am Rhein

1985 – Wartenberg

Führerschein! Fahrt mit der Sponsorin Oma auf den Wartenberg. Und Blick nach unten.

Wartenberg: Blick auf Pfohren

Wartenberg: Blick auf Pfohren

1986 – Hüfingen

Durch den Commodore 64 kam ich zu meinem ersten Job als Softwareentwickler – ich hatte im Blogeintrag über meine dritte Interrail-Tour schon einmal darüber geschrieben. Vier Monate lange habe ich im Sommer 1986 bei der Fürstenberg Holzindustrie kleinere und größere Programme auf dem C64 geschrieben. Ein traumhafter Ferienjob. Nur ein Tag war anders. Irgendwelche Teile mussten dringend fertig werden. Ich half in der Produktion nicht nur aus, ich musste abends auch länger bleiben. Eigentlich nicht weiter schlimm. Wenn es nicht gerade mein Geburtstag gewesen wäre…

Ich nahm mir vor, in meinem wirklichen Berufsleben solchen Problemen aus dem Weg zu gehen, am besten durch einen Urlaubstag.

Dem wirklichen Berufsleben stand aber noch das Physikstudium im Weg. Und dem Physikstudium steht das Chemiepraktikum und sein Abschlusstest im Weg…

1987 – DER Chemietest

Universität Stuttgart

1988 – Peloponnes (Griechenland)

Griechenland

Peloponnes (Griechenland)

1992 – Leuzebad Stuttgart

Mineralbad Leuze Stuttgart

1994 – Rubbenbruchsee (Osnabrück)

Rubbenbruchsee (Osnabrück)

1995 – Sutthauser Straße Osnabrück

Sutthauser Straße Osnabrück

Sutthauser Straße Osnabrück

1998 – Elbsandsteingebirge (Sachsen)

Elbsandsteingebirge (Bastei)

Elbsandsteingebirge (Bastei)

1999 – Gardasee (Italien)

Gardasee (Italien)

Gardasee (Italien)

2001 – Feringasee (Unterföhring)

Feringasee (Unterföhring)

2003 – Alpamare Bad Tölz

Alpamare Bad Tölz

2004 – Deutsches Theater: „One Night of Queen – Live in Concert“

Deutsches Theater: "One Night of Queen - Live in Concert"

Deutsches Theater: "One Night of Queen - Live in Concert"

2005 – Julische Alpen (Slowenien)

Julische Alpen (Slowenien)

Julische Alpen (Slowenien)

2006 – Kapruner Tal (Österreich)

Kapruner Tal (Österreich)

Kapruner Tal (Österreich)

2007 – Krumau an der Moldau (Tschechische Republik)

Krumau an der Moldau (Tschechnische Republik)

Krumau an der Moldau (Tschechnische Republik)

2008 – Saragossa (Spanien)

Saragossa (Spanien)

Saragossa (Spanien)

2009 – Iveragh-Halbinsel (Irland)

Irland

Iveragh-Halbinsel (Irland)

2010 – Gibraltar

Gibraltar

Gibraltar

2011 – Wien (Österreich)

Der überraschendste Überraschungsbesuch an einem Geburtstag. Und Bon Jovi.

Ernst-Happel-Stadion Wien: Nach dem Bon Jovi-Konzert

Ernst-Happel-Stadion Wien: Nach dem Bon Jovi-Konzert

2012 – München

 

Zeltdachbegehung Olympiastadion München

Olympiastadion München

Olympiastadion München

2013 – Rom

Ippodromo delle Capannelle (Rock in Roma)

Ippodromo delle Capannelle (Rock in Roma)


Ippodromo delle Capannelle (Rock in Roma): Deep Purple

Ippodromo delle Capannelle (Rock in Roma): Deep Purple

Und eine neue Berühmtheit, geboren an einem 22. Juli: George Alexander Louis.

2014 – Lyon

Le Laurencin Lyon: Die Vorspeise

Le Laurencin Lyon: Die Vorspeise


Le Laurencin Lyon: Das Hauptgericht

Le Laurencin Lyon: Das Hauptgericht


Und Nachspeisen gab es auch noch.

2015 – Lucca (Italien)

Piazza Napoleone (Lucca Summer Festival 2015)

Piazza Napoleone (Lucca Summer Festival 2015): Konzertankündigungen für Mark Knopfler (22. Juli) und Robbie Williams (23. Juli)

2016 – Besançon (Frankreich)

La Fabrique Besançon

La Fabrique Besançon

2017 – München

Olympiastadion München

Olympiastadion München

Olympiastadion München: Robbie Williams

Olympiastadion München: Robbie Williams

Fortsetzung folgt.

Interrail – Die Erste

Die Deutschlandtour mit dem Tramper-Monats-Ticket 1984 war der Anfang meiner großen Bahnreisezeit. Drei Interrail-Touren in der Zeit zwischen 1985 und 1988 sollten folgen. Über die erste dieser Reisen soll es hier gehen.

Ende Juli 1985. Montag ist mein 18. Geburtstag. Mittwoch der letzte Tag in der 12. Klasse. Freitagabend die Abfahrt in Donaueschingen. Ziel: Paris. Das wichtigste Gepäckstück ist neben dem Fotoapparat der wirklich geniale Europafahrplan der Bundesbahn mit  allen wichtigen europäischen Zugverbindungen außerhalb Deutschlands.

Interrail Ticket 1985

Interrail Ticket 1985

Das Budget für die dreiwöchige Tour (für die zweiten 3 Wochen der Sommerferien hatte ich einen Ferienjob in Aussicht) ist knapp kalkuliert: 15 D-Mark pro Tag. Davon muss neben dem täglichen Essen (ergänzt durch eine große Salami, die ich zu Hause mitgenommen und im Rucksack dabei habe) alle anderen anfallenden Kosten bezahlt werden, d.h. Dinge wie Eintrittsgelder oder U-Bahn-Fahrkarten. Geld für Übernachtungen ist nicht eingeplant.

Auch das Fotomaterial ist streng limitiert. Durchschnittlich nur einen Film darf ich pro Tag verwenden (für die in der Digitalzeit groß Gewordenen: das sind gerade mal 36 Bilder pro Tag). Jede Aufnahme muss wohl überlegt sein. Oder sollte es zumindest. Und das auf einer Reise, während der ich zum ersten Mal in Paris, London, Rom und Wien sein werde. Aber es geht. Mit 20 belichteten Filmen werde ich nach Hause zurückkommen.

Paris bedeutet nicht nur eine große unbekannte Stadt, es bedeutet auch den ersten Geldwechsel. Und viele weitere sollten noch folgen, denn der Euro ist noch ein unbekanntes Wesen.

Nach dem Tag in Paris geht es abends weiter auf „die Insel“. Nicht durch den Eurotunnel, auch den gibt es 1985 noch nicht, sondern mit der Fähre. Die Nachtruhe wird dadurch zweimal unterbrochen, beim Wechsel vom Zug auf die Fähre in Dünkirchen, und wieder beim umgekehrten Wechsel in Dover. London empfängt uns am Morgen mit (in meinen Augen) typisch englischem Wetter, es regnet. Das hält mich und meine zwei mitreisenden Freunde aber nicht von der Stadtbesichtigung ab. Meiner Umhängetasche, in der sich neben der Fotoausrüstung, Reiseführer auch Essen (letzteres findet sich später dadurch leider auch in einem Objektiv wieder…) befindet, tut der Regen aber nicht gut. Sie zeigt Auflösungserscheinungen. In einer Behelfsmaßnahme tackere ich eine Plastiktüte in ihr Inneres. Mit dem Regen wird es auch am nächsten Tag, jetzt in Schottland, nicht viel besser.

Der Regen findet erst – nach einem zweiten Tag in London – bei der Rückkehr nach Paris ein Ende. Zuvor nahm aber – auf der Fahrt von London zur Kanalküste – mein Kulturbeutel samt Inhalt unfreiwillig Abschied von mir. Ausgelaufenes Shampoo zwang mich den Kulturbeutel zu waschen. Zum Trocknen habe ich ihn dann auf die Gepäckablage plaziert, dort lag er – zusammen mit seinem Inhalt – allerdings auch noch, als ich schon in der Fähre auf dem Rückweg zum Festland war. Ein durchaus großer Verlust. Der Neukauf einer Zahnbürste in einer französischen Apotheke reißt ein großes Loch in die Kasse.

Von Paris gibt es nachmittags mit dem TGV nach Lyon, von dort weiter im Nachtzug nach Bordeaux (ein nächtliches Kartenspiel mit ein paar Asiaten im Zugabteil wird erst dann besser als wir merkten, dass „stäkke“ bedeutet, dass eine Karte stärker als eine andere ist). Einem müden Tag in Bordeaux und an der Atlantikküste in Arcachon (einschließlich eines sehr kühlen Bades im Atlantik) folgt ein dritter Tag in Paris.

Interrail Karte 1985

Interrail Karte 1985

Über Monaco und nach einem Abstecher durch die Schweizer Alpen geht es nach Italien! Das Land der Lira. Der Regen ist vergessen. Dafür gibt es einen Sonnenbrand. Ohne Sonnencreme schlafe im am Adriastrand von Guilanova auf dem Bauch liegend ein… Aber auch ein Sonnenbrand kann noch sein gutes haben. In einer der darauf folgenden Nächte werde ich durch ihn mal wieder mitten in der Nacht geweckt. Es ist ruhig in unserem Abteil. Zu ruhig. Das wundert auch nicht. Unser Waggon steht auf einem Abstellgleis. Keiner hatte uns am Endbahnhof geweckt und aus dem Zug geschmissen. Wahrscheinlich hatte es der Schaffner nett mit uns gemeint.

Neben Rom (keine kurzen Hosen im Petersdom! Und der Luxus eines Stücks Pizza!) sind Venedig, Florenz und Pompeji (als altem Lateiner!) Höhepunkte dieses Teils der Reise. Das Übernachten in den Nachtzügen ist in Italien aber oft eine Qual. Sie sind voll bis zum Anschlag. Und bekommt man mal ein Abteil, endet die Fahrt – wie beschrieben – auf dem Abstellgleis. Bis zum Tag der Erkenntnis. Das Interrail-Ticket ist zwar eine Zweite-Klasse-Fahrkarte, aus den Gängen der ersten Klasse wird man aber auch nicht vertrieben. Ein Luxus! Nicht nur hat man im Gang der ersten Klasse Platz, um sich auszustrecken, sie sind auch mit Teppichen ausgelegt.

Vor der Rückkehr nach Hause geht es mit dem Besuch Salzburgs (einschließlich des James-Bond-Films „Im Angesicht des Todes“ abends im Kino) und Wiens noch nach Österreich. Durch die österreichischen und Schweizer Alpen findet meine erste Interrail-Reise in Schaffhausen (dort lassen wir uns abholen) ihr Ende, zumindest fast. Ein Besuch des Matterhorns (einschließlich des Aufstiegs zur 3260 Meter hochgelegenen Hörnlihütte) wird als Zugabe noch folgen.